Inhaltsverzeichnis
Vom schädlichen Unsinn der Lückentests
(Jan Rohrbach)
- Abstract
Der Autor des Beitrags beschäftigt sich mit der aus seiner Sicht problematischen Verwendung von Lückentests im Englischunterricht. Geschlossene oder halb geschlossene Aufgabenstellungen zu einer grammatikalischen Einheit, bei denen die Lernenden lediglich einzelne Wort- oder Satzteile in einen vorgefertigten Text einfügen sollen, sind seiner Ansicht nach zu vermeiden, da sie nicht zu einem produktiven Umgang mit Sprache heranziehen. Bei den Lernenden führe dies nicht nur zu einem ungenügenden Sprachverständnis, sondern auch zu der irrigen Auffassung, dass es beim Sprachenlernen generell um eine schematische Reproduktion der im Unterricht erarbeiteten Grammatik geht. Das Argument, dass ein schematisch konstruierter Lückentest für schwächere Lernende die einzige Möglichkeit sei, positive Ergebnisse zu erzielen, hält der Autor für den Ausdruck einer falschen Lernauffassung, da es letztendlich darum gehe, dass Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben wird, an ihren Schwächen zu wachsen. Als konstruktiven Gegenvorschlag nennt er die Verwendung sprachproduktionsorientierter Aufgabenstellungen wie z.B. das Verfassen eines fiktiven Briefs, bei denen grammatikalische und inhaltliche Aspekte verknüpft werden können. Aus eigener Erfahrung berichtet er, dass diese Herangehensweise auf Dauer das Lernniveau der Klasse deutlich anhebt.
Fiches d' évaluation
Textsortenspezifisches Beurteilen und Bewerten in der Oberstufe (Kristine Deharde, Simone Lück-Hildebrandt)
- Abstract
Der Beitrag beschäftigt sich mit einer neuen Methode zur Bewertung der inhaltlichen Aspekte von Schülerarbeiten. Grundgedanke der Überlegungen ist, dass ein bloßes Auszählen von erwarteten Textelementen der tatsächlichen Leistung einer Schülerin oder eines Schülers nicht gerecht wird. Als Gegenvorschlag stellen die Autorinnen ein textsortenspezifisches Bewertungsschema vor, das vor allem für die Bewertung von Oberstufenarbeiten, die sich aus mehreren Textsorten zusammensetzen, interessant ist. Die Lernenden bekommen bei diesem Verfahren zunächst einmal textsortenspezifische Merkmale zur Selbstkontrolle an die Hand (fiches d'é écriture/ fiches d'é correction), anhand derer sie das neue Verfahren einüben können. Die Evaluation erfolgt mit Hilfe eines dreispaltigen Systems, das die Kriterien für die Bewertung sowie die verteilten Bewertungseinheiten für alle Lernenden individuell aufschlüsselt. In einem Kurzkommentar kann zudem vermerkt werden, welche Elemente fehlen bzw. verbessert werden können. Indem für jede Textsorte ein eigenes Evaluationsschema entworfen wird, kann eine präzisere Gewichtung der einzelnen Textsorten erfolgen und damit die Leistung der Lernenden gerechter bewertet werden. Die Lernenden reagieren generell positiv auf diese neue Methode, da sie zu einer größeren Transparenz bei der Bewertung führt.
The power of pictures
Englisch lernen mit Bildern (Viola Beyer-Kessling)
- Abstract
Der Beitrag der Autorin beschäftigt sich mit den vielfachen Verwendungsmöglichkeiten von Bildern im Fremdsprachenunterricht. Plädiert wird für einen breiter gefächerten Einsatz von Bildern, der über die traditionellen Verwendungsweisen (Bildergeschichten, Vokabelarbeit, Illustration landeskundlicher Themen etc.) hinausgeht. Unterschiedliche Vorerfahrungen der Lernenden führen dabei zu unterschiedlichen Wahrnehmungsweisen der Bilder, was wiederum die Sprachproduktion der Lernenden im Unterricht anregt. Aufgabenbeispiele sowie eine Auflistung von Eigenschaften, die ein Bild zur produktiven Verwendung im Fremdsprachenunterricht mitbringen sollte, finden sich in dem Beitrag.
A creative writing project
Climb into another person' s skin and walk around in it (Thomas J. Kraus)
- Abstract
Der Autor stellt ein produktionsorientiertes Schreibprojekt vor, das er mit Schülerinnen und Schülern selbst durchgeführt hat. Mit Hilfe von Personenfotographien sollen Lernende hierbei ihre Fähigkeiten zur Sprachproduktion trainieren und lernen, sich in eine dargestellte Person hineinzuversetzen, sie äußerlich genau zu beschreiben, sich einen fiktiven Lebenslauf für sie auszudenken sowie sie zu einem Charakter in einer Kurzgeschichte werden zu lassen. Das Projekt stellt ein Aufbrechen des traditionellen Lehrplans dar, der vor allem in der Oberstufe kurz vor dem Abitur ein schematisches Einüben von Texten und Interpretationsansätzen vorsieht. Es wird betont, dass Hilfestellungen durch die Lehrperson für einen Erfolg des Projekts besonders wichtig sind. Sichergestellt werden müsse etwa, dass ein auf die Aufgabenstellung abgestimmter Vokabelpool vorhanden ist und dass die Systematik bei der Bildung von Kleingruppen für Teilaufgaben des Projekts gut durchdacht ist. Der Beitrag bietet Vorschläge, wie das Projekt bei besonders engagierten Lerngruppen noch erweitert werden kann, und verdeutlicht anhand von Beispielen, wie die einzelnen Aufgabenstellungen in der Lerngruppe des Autors umgesetzt wurden.
Angie Angelheart & Angus Angerburst
Für Klassenstufe 7 und 8 in einem Zeitrahmen von vier Stunden (Dieter Kipp)
- Abstract
Der Beitrag thematisiert eine Unterrichtssequenz, die der Autor mit seiner Lerngruppe selbst durchgeführt hat. Mit Hilfe der bildlichen Darstellung zweier außergewöhnlicher Charaktere sollen Vokabeln zum Thema describing people eingeübt werden, die nach Meinung des Autors in den Lehrbüchern der meisten Verlage zu kurz kommen. Ausgeteilt wird hierzu ein Arbeitsblatt, auf dem zwei Identifikationsfiguren (Angie Angelheart und Angus Angerburst) sowie zwei weitere weibliche Charaktere dargestellt werden, wobei letztere damit beschäftigt sind, die Figuren in einem Gespräch zu diskreditieren. Nachdem die Lernenden beschrieben haben, was die einzelnen Personen auf dem Arbeitsblatt tun, sollen sie in einem zweiten Schritt mit Hilfe von Satzbausteinen auf dem gleichen Arbeitsblatt sowie mit einem Vokabelpool aus beschreibenden Adjektiven auf einem weiteren Arbeitsblatt das Gespräch der beiden Frauen ausformulieren sowie einen Liebesbrief von Angie an Angus und einen Antwortbrief von Angus an Angie verfassen. Die Texte werden von den Lernenden in Dreiergruppen erarbeitet. Gleichzeitig dient die Unterrichtssequenz zur Festigung des Gerund.
Holes designed for a writing workshop
(Mechthild Hesse)
- Abstract
Die Autorin thematisiert das Problem, dass das Erlernen von Schreibtechniken im Fremdsprachenunterricht Englisch häufig zu kurz kommt. Den Grund dafür sieht sie in der Struktur des Unterrichts, der sich besonders in der Mittelstufe zu sehr auf die Arbeit mit dem Lehrbuch konzentriere, das sich in der Regel eher mit kürzeren, schematisierten Texten befasse, anhand derer die Lernenden Schreib- und Lesetechniken erarbeiten sollen. Um dieser Diskrepanz entgegenzuwirken, empfiehlt die Autorin den Umgang mit Volltexten (Roman, Drama etc.) auch im Englischunterricht bereits ab Klasse 8. Ferner spricht sie sich dafür aus, dass bei der Behandlung von Texten das traditionelle Unterrichtsgespräch weniger als bisher im Zentrum stehen und statt dessen ein Verständnis des Unterrichts als Schreibwerkstatt stärkere Beachtung finden sollte. In einem möglichst durch Computerarbeit gestützten Schreibprozess sollen Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, Ideen für einen Text zu sammeln, Texte in Einleitung, Hauptteil und Schluss zu strukturieren, Absätze sinnvoll zu gliedern, Vokabular abwechslungsreich einzusetzen und den Text selbständig zu editieren. Zum Erreichen dieses Ziels sind die im Beitrag exemplifizierten Aufgaben auf den Jugendroman "Holes" abgestimmt, für dessen Verwendung im Englischunterricht sich die Autorin aufgrund seiner Vielschichtigkeit, Brisanz und Nähe zu den jugendlichen Leserinnen und Lesern ausspricht.
Das Jugendbuch im Literaturunterricht Englisch (2)
Spaß am Lesen und Englischunterricht - wie passt das zusammen? (Ingrid Benecke)
- Abstract
Der Beitrag der Autorin ist als Anleitung zum erfolgreichen Literaturunterricht zu verstehen. Dabei findet eine Differenzierung hinsichtlich des Lernniveaus der Schülerinnen und Schüler sowie dem damit verbundenen Vokabelwissen statt. Wichtige Lernziele für die verschiedenen Altersstufen werden aufgezeigt und im Zusammenhang damit Vorschläge für altersgerechte Aufgabenstellungen zu der behandelten Lektüre gegeben. Lektürevorschläge bieten weitere Anregungen. Schaubilder im Anhang an den Beitrag verdeutlichen die Rolle des Schülers bei der Lektürebehandlung sowie verschiedene Arten der Lektürebehandlung.
Fiches d' écriture und fiches de correction
Ein Werkzeug für Lernende und Lehrende (Kristine Deharde, Simone Lück-Hildebrandt)
- Abstract
Die Autorinnen beschreiben die Verwendung von fiches d' écriture und fiches de correction im Fremdsprachenunterricht. Während fiches d' écriture eine Gebrauchsanweisung für das Abfassen einer bestimmten Textsorte meint, stehen fiches de correction für schematische Erfahrungshorizonte, die zu den geforderten Textsorten verfasst werden. Am Beispiel von vier Textsorten werden die Vor- und Nachteile der Verwendung der fiches im Fremdsprachenunterricht untersucht.
De la littérature contemporaine à la créativité des apprenants
Vorschläge für kreatives Schreiben im Französischunterricht (Inez De Florio-Hansen)
- Abstract
Kreativität im Fremdsprachenunterricht bedeutet, Unterrichtsroutine zu durchbrechen und somit das Lernen für Schülerinnen und Schüler interessanter zu gestalten. Die Autorin des Beitrags sieht das kreative Schreiben im Französischunterricht als Möglichkeit an, ein stimulierendes Lernklima zu schaffen und die Persönlichkeit der Lernenden mehr ins Spiel zu bringen. Sie gibt Tipps, wie die Lernenden an kreatives Schreiben stufenweise herangeführt werden können. Auch macht sie Vorschläge für die Evaluation kreativer Schülerleistungen, wobei einerseits verhindert werden soll, dass traditionelle Korrekturaspekte wie Rechtschreibe- und Grammatikfehler zu stark in das Zentrum des Interesses treten, andererseits die Bewertung der Lernresultate auch nicht in die Beliebigkeit abrutschen darf. Als Unterrichtsvorschlag, bei dem Textarbeit und kreatives Arbeiten kombiniert werden können, führt die Autorin die Behandlung des Briefromans "Oscar et la dame rose" an.
Formen kreativen Schreibens
Ein Beitrag zum gymnasialen Russischunterricht (Ines Ehmig, Eckhard Paul)
- Abstract
Vor dem Hintergrund inhaltlich-gegenständlicher Orientierung sammeln die Autoren des Beitrags einige Anregungen zur Förderung der Kreativität im Russischunterricht, im Speziellen des kreativen Schreibens. Dafür beleuchten sie zunächst die persönlich-subjektive Situation des Lernenden und gehen auf mögliche Einflussfaktoren wie Unterrichtsatmosphäre und Motivation ein. Ebenfalls behandelt wird die Situation der Lehrperson, die ihrerseits kreativ und motivierend bei der Erstellung und Gestaltung der Übungen sein sollte. Schließlich folgt eine Präsentation von Formen des kreativen Schreibens. Die vorgestellten Übungen werden methodisch-didaktisch erläutert, einige Ergebnisse von Schülerproduktionen aus dem 1. bis 3. Lernjahr sind beispielhaft abgedruckt.
Neologismen im Englischen nach dem KISS principle.
(Burkhard Dretzke, Margaret Nester)
- Abstract
Der Beitrag thematisiert die Neuschöpfung von Wörtern in der englischen Sprache. Verwiesen wird auf verschiedene Faktoren, die die Bildung von Neologismen generell beeinflussen. In den drei Kategorien "Lehnwörter", "Wortbildungsprozesse" und "Bedeutungswandel" werden die zentralen Mechanismen anhand von Beispielen mit zugehöriger Erklärung noch näher beleuchtet. In der besonders umfangreichen Kategorie der Wortbildungsprozesse werden einzelne Verfahren wie Komposita-Bildung, Affixableitung, Konversionen, Akronym-Bildung sowie die Bedeutung von clipping und blending kurz erläutert. Hingewiesen wird auf die große Bedeutung des Humors und der Ironie bei modernen Wortkreationen.
Arbeitsblätter zum Thema "Gold und Silber"
(Margit Bombach, Nicole Bucher, Judith Krischer, Alexandra Kupke, Carmen Mendez, Don Salter, Jörg Siebold)
- Abstract
Acht Arbeitsblätter Englisch, vier Arbeitsblätter Französisch, zwei Arbeitsblätter Russisch
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