Inhaltsverzeichnis
Für oder wider verbale Beurteilungen
(Heike Wedel)
- Abstract
Die Autorin diskutiert häufig vorgebrachte Argumente für die Leistungsbewertung in der Grundschule entweder durch Noten oder durch verbale Beurteilungen. Sie ist der Ansicht, dass die Vergabe von Noten die Vortäuschung einer nicht gegebenen Vergleichbarkeit darstellt und dass dies bei den Lernenden häufig zu einem defizitären Selbstbewusstsein führt. Sie plädiert daher für verbale Beurteilungen, die ihr für die Darstellung individueller Leistungen und Lernzuwächse geeigneter erscheinen.
Bildungsstandards und ihre Überprüfung
Aus der Arbeit des IQB (Bernd Tesch)
- Abstract
Der Autor beschreibt zunächst, wie die Idee der Implementierung von Bildungsstandards bereits lange vor TIMSS und PISA entstand. Im Anschluss stellt er die Arbeit des IQB ("Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen", Berlin) vor, das 2004 von der Kultusministerkonferenz ins Leben gerufen wurde und die Normierung, Illustration und Weiterentwicklung der Bildungsstandards zur Aufgabe hat. Es werden aktuelle Projekte des Instituts beschrieben, bei denen die Entwicklung von fremdsprachlichen Test- und Unterrichtsaufgaben im Mittelpunkt steht. Abschließend zieht der Autor eine positive Bilanz des bisherigen Prozesses der (den Ländern obliegenden) Implementierung der Bildungsstandards.
Bilinguales Lehren und Lernen
Was hat das Denken mit Sprechen und Sprache zu tun? (Stephan Breidbach)
- Abstract
In dem Beitrag wird ein Überblick über die gegenwärtige Diskussion um die Vor- und Nachteile bilingualen Sachfachunterrichts gegenüber dem traditionellen Fremdsprachenunterricht gegeben. Dabei wird der Aspekt der Authentizität des Sprachgebrauchs ebenso angesprochen wie die Nähe von Unterrichtsinhalten zum persönlichen Erfahrungskontext der Lernenden. Unter Verweis auf Jim Cummins, der den Übergang von erfahrungsgebundenem zu entkontextualisiertem Sprachgebrauch als die große Herausforderung schulischen Lernens ansieht, plädiert der Autor schließlich für die Verschränkung von Fremdsprachenunterricht und bilingualem Unterricht. Er ist davon überzeugt, dass die Schule auf diese Weise zugleich den fachlichen wie den alltagsbezogenen Umgang mit Sprache fördern kann.
Lernen in zwei Sprachen mit Blick auf zwei Kulturen
(Herbert Christ)
- Abstract
Der Autor zeigt auf, welche Unterschiede zwischen den Inhalten von traditionellem Fremdsprachenunterricht und bilingualem Sachfachunterricht bestehen. Während das Erlernen sprachlicher Formen erklärtes Lernziel des Fremdsprachenunterrichts ist, bildet die Fremdsprache im bilingualen Unterricht überwiegend das Medium, mit dem fachliche Inhalte transportiert werden; die Sprache selbst kann daher nur am Rande behandelt werden. Zudem wird in dem Beitrag darauf hingewiesen, dass der Erwerb muttersprachlicher Kompetenzen im bilingualen Unterricht nicht vernachlässigt werden darf, sollen die Lernenden doch dazu ermutigt werden, Sprachen kontrastiv zu betrachten, und dazu befähigt werden, Mittlerfunktionen zwischen den Kulturen einzunehmen. Nicht zuletzt sollte bilingualer Unterricht auch für die Entwicklung mehrperspektivischer Sichtweisen genutzt werden.
Spaziergänge in der "Bili-Landschaft"
Anmerkungen zum mehrsprachigen Sachfachunterricht (Regina Dietzschke-Vogelsang, Ulrich Schmieder)
- Abstract
Der Beitrag ist in drei Teile gegliedert, die jeweils verschiedene Aspekte der Durchführung bilingualen Sachfachunterrichts aufgreifen. Im ersten Teil wird insbesondere die Rolle der Muttersprache im bilingualen Geschichtsunterricht unterstrichen. Der Einsatz beispielsweise eines normalen französischen Geschichtsbuchs wird abgelehnt, der Einsatz spezieller Unterrichtsmaterialien als wichtig für den Erfolg bilingualen Unterrichts erachtet. Im zweiten Teil werden einige allgemeine Überlegungen zur Umsetzung bilingualer Module in verschiedenen Schulfächern angestellt. Ausgegangen wird dabei von der Überlegung, dass das jeweilige Thema die Wahl der Unterrichtssprache bestimmen kann. Im letzten Teil des Beitrags wird beschrieben, wie sich bilingualer Unterricht mit Formen des darstellenden Spiels verbinden lässt. Diese werden ebenso präsentiert wie Einsatzmöglichkeiten verschiedener Fremdsprachen im Sachfachunterricht.
Fliegender Wechsel im bilingualen Unterricht!
Butzkamms 'Pendelstrategie' zwischen Sach- und Spracharbeit (Christa Rittersbacher)
- Abstract
Ausgehend von einer Diskussion in einem Hochschulseminar zum bilingualen Lehren und Lernen der Naturwissenschaften übt die Autorin Kritik an Wolfgang Butzkamms Wahl des Begriffs "Pendelstrategie" für den von ihm empfohlenen Wechsel zwischen Sach- und Spracharbeit im Fremdsprachen- und bilingualen Sachfachunterricht. Sie erläutert, warum die Metapher des Pendels aus physikalischer Sicht nicht schlüssig ist, und bietet als neuen Begriff "die Strategie des fliegenden Wechsels" an.
Bilinguale Module an Schulen - wie geht das?
Ein flexibles Unterrichtsmodell (Susanne Carl, Anka Fehling, Helga Hämmerling)
- Abstract
In dem Beitrag werden bilinguale Module beschrieben, die seit Ende 2003 vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung (ThILLM) entwickelt werden. Da es sich um zeitlich begrenzte Einheiten handelt, sind die Module mit geringem administrativen Aufwand durchführbar. Dargestellt werden die Inhalte und Abläufe von Pilotphasen in den Schuljahren 2004/2005 und 2005/2006 sowie verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrende. Abschließend präsentieren die Autorinnen exemplarisch das Modul "West Side Story" für den Musikunterricht der Klassenstufe 8.
We' re doing science
Bilingualer Sachfachunterricht an der Realschule (Christa Rittersbacher)
- Abstract
Die Autorin berichtet von einem Projekt, in dem sich zwei neunte Klassen der Realschule im Chemiemodul des in Baden-Württemberg neu eingeführten Fächerverbunds NWA (Naturwissenschaftliches Arbeiten) parallel mit der Erforschung der Kerze beschäftigten. In einer der Klassen fand die drei Doppelstunden umfassende Unterrichtseinheit in deutscher, in der anderen in englischer Sprache statt. Als Beobachtungsergebnisse hält die Autorin fest, dass die Gruppe mit englischer Unterrichtssprache zwar teilweise etwas langsamer arbeitete, sich dort aber neue Formen der Kooperation entwickelten. Sie schließt daraus, dass das naturwissenschaftliche Arbeiten in der Fremdsprache Anforderungen stellt, die eine verstärkte Bereitschaft zur Kooperation geradezu zwingend notwendig machen.
Die Fremdsprache im Anfangsunterricht Chemie
(Anne Hegerfeldt)
- Abstract
Die Autorin schildert, dass Skeptiker des bilingualen Sachfachunterrichts befürchten, die Verwendung der Fremdsprache könnte zu schlechteren fachlichen Leistungen führen. Sie vertritt die These, dass das Gegenteil der Fall ist: dass im bilingualen Sachfachunterricht nämlich der unvorbelastete Einsatz neuer fremdsprachlicher Wörter an die Stelle der Unterscheidung von alltagssprachlicher und wissenschaftlicher Verwendungsweisen im muttersprachlichen Sachfachunterricht tritt. Sie stützt sich auf Unterrichtsbeobachtungen und -materialien aus dem bilingualen Unterricht, den sie in einer 9. Klasse eines Hamburger Gymnasiums erteilt hat. Die Betrachtung deutscher und englischer Testaufgaben zeigt, dass die Lernleistungen bei ausreichend hohen Kenntnissen der Fremdsprache vergleichbar sind; dies gilt auch dann, wenn es sich um die Überprüfung von Transferleistungen handelt.
The rules of football
Einstieg in ein bilinguales Modul für den Sportunterricht (Jürgen Gießing)
- Abstract
In dem Beitrag wird eine bilinguale Unterrichtseinheit abseits der etablierten bilingualen Züge vorgeschlagen: Der theoretische Teil des Themas Fußball soll im Sportunterricht am Ende der Sekundarstufe I in englischer Sprache (der Sprache des "Mutterlandes" der Sportart) erarbeitet werden. Der Beitrag enthält hierfür eine englischsprachige Übersicht über die wichtigsten Regeln der Sportart, eine Liste mit wichtigem Vokabular sowie ein Multiple-Choice-Quiz.
Englisch im Philosophieunterricht
(Andrea Löwing)
- Abstract
In dem Beitrag wird zunächst erörtert, warum sich die englische Sprache insbesondere auch als Unterrichtssprache im Fach Philosophie eignet. Die Autorin ist der Ansicht, dass es sinnvoll ist, einzelne Module des Unterrichts in englischer, andere weiterhin in deutscher Sprache durchzuführen. Vorgestellt werden verschiedene Unterrichtsbeispiele in englischer Sprache: Die Thematik der individuellen Rechte und der persönlichen Verantwortung etwa kann mit der Einübung englischer Modalverben verknüpft, Konditionalsätze können in der Diskussion um die Lösung von moralischen Dilemmas gefestigt werden. Abschließend verweist die Autorin auf die Grenzen des Einsatzes der englischen Sprache, der bei großer inhaltlicher Komplexität zu Frustration und Demotivierung der Lernenden führen könne.
Fremdsprache im Kontext
Berufsbezogene Szenarien im Englisch- und Russischunterricht (Martin Schneider)
- Abstract
Der Autor zeigt zunächst auf, dass der Stellenwert des Praxisbezugs im gymnasialen Fremdsprachenunterricht seit der Diskussion um die Einführung von Bildungsstandards an Boden gewonnen hat. Anschließend beschreibt er zwei von Unternehmen und Schulen gemeinsam entworfene Modellprojekte für die Unterrichtsgestaltung. In dem "Düsseldorfer Modellprojekt" wurden in Anlehnung an die Kriterien des "Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens" Richtlinien für in der Wirtschaft benötigte Fremdsprachenkompetenzen erarbeitet, und es wurde eine "Zusatzqualifikation berufsorientierte Fremdsprache" eingeführt. Das zweite Projekt bezieht sich auf den gymnasialen Russischunterricht, an dem zahlreiche muttersprachige Lernende teilnehmen. Wiederum in einer Kooperation zwischen Unternehmen und Schulen wurde eine Beispielsequenz entwickelt, die die Lernenden auf die neu entwickelte Prüfung vorbereitet. Dieser Ansatz verdrängt nach Ansicht des Autors nicht die kulturellen Inhalte des Fremdsprachenunterrichts, sondern reichert diesen vielmehr mit berufsbezogenen Elementen an.
Fun Poetry & Poetry Fun (3).
Gestalt- und Bildgeschichte (Helmut Reisener)
- Abstract
In dem dritten Teil der Serie über den Einsatz von Poesie im Fremdsprachenunterricht beschreibt der Autor Gedichte, in denen das Medium Wort mit visuellen Elementen kombiniert wird. Neben zahlreichen Abbildungen solcher Gedichte enthält der Beitrag Anregungen für ihre Verwendung im Englischunterricht der Sekundarstufe I.
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