Unterrichtsmuster zur Interessenförderung?

Hinweise ja, Rezepte nein!
Grundschulunterricht 10/2005
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"Bereits durch zahlreiche Studien ist bekannt, dass ein Interessen-orientiertes Lernen deutlich erfolgreicher ist als ein Lernen, das ohne Interesse stattfindet. Dies gilt vor allem für das Verständnis des Gelernten. Es existieren auch bereits einige empirisch gesicherte Ergebnisse, wie ein Unterricht gestaltet sein muss, damit Interesse gefördert wird: (1) Lernende müssen sich als selbst bestimmt empfinden und (2) eigene Kompetenz erleben. Diese Ergebnisse wurden jedoch vorwiegend durch experimentelle Untersuchungen gewonnen und haben daher nur bedingt Aussagekraft für die tägliche Unterrichtspraxis. In der vorliegenden Untersuchung sind wir daher einen anderen Weg gegangen. Wir erforschten in einer breit angelegten Feldstudie 45 dritte und vierte Klassen, in denen die Schüler entweder besonders hohes oder ein besonders geringes Interesse aufwiesen. Erwartungsgemäß zeigte sich auch hier, dass in den Klassen, in denen die Kinder hohes Interesse angaben, der Unterricht deutlich offener gestaltet und Wert auf Kompetenzerleben gelegt wird. Deutlich wird aber auch, dass die einfache Formel "Öffnung von Unterricht + Kompetenzerleben = Interesse" zu kurz greift und nicht als Patentlösung für die Interessen fördernde Gestaltung von Unterricht gelten kann." (Original).