Flexible Strategien - beobachtet im letzten Kindergartenjahr

Grundschulunterricht 7-8/2005
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Im Rahmen einer Examensarbeit bot sich die Möglichkeit, Kinder kurz vor Schuleintritt im Hinblick auf ihre Zahlbegriffsentwicklung mithilfe des "Osnabrücker Tests zur Zahlbegriffsentwicklung (OTZ)" zu testen. Dabei konnten sehr interessante Vorgehensweisen der Kinder beobachtet werden, die ohne einen gezielten Unterricht entstanden sind. Im Beitrag werden ausgesuchte Einzelaufgaben dargestellt und die Lösungsstrategien beschrieben, bei denen in besonderer Weise flexibles Operieren im Vordergrund steht. Insbesondere wird deutlich, dass die stärkeren Kinder oftmals heuristische Strategien anwenden. Wie bei der folgenden Aufgabe: Die Versuchsleiterin zeigte ein Bild mit 15 Luftballons, die dieses vollständig ausfüllten, und sagte, dass dies 15 Luftballons sind. Das Kind sollte dann aus einer Reihe von Kästen mit Punkten, genau das herausfinden, in dem genauso viele Punkte wie oben auf dem Bild Luftballons sind. Hier erkannte ein starker Junge sofort, dass es das letzte nicht sein kann, denn "10 + 10 = 20, und das ist mehr als 15". Anschließend schaute er sich das nächste Bild an und erkannte, dass dieses richtig war. Seine Begründung lautete: "5 + 5 ist 10 und noch 5 dazu sind 15." (Original).