Dieses Handbuch

  • regt zur Diskussion über Klassenführung bzw. Classroom Management an;
  • stellt Forschungsbefunde zum Classroom Management vor;
  • setzt sich mit dem Problem der Komplexität und Heterogenität in Schulklassen auseinander;
  • gibt einen Überblick über die von Kounin ermittelten Dimensionen des Classroom Managements;
  • liefert Anregungen für die tägliche Praxis im Klassenzimmer.
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Beiträge in dieser Ausgabe

Vorwort

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Liebe Leserin, lieber Leser, für das vorliegende Schulmanagement Handbuch konnten wir mit Prof. Dr. Rainer Dollase einen erfahrenen Wissenschaftler gewinnen, der sich vor allen Dingen dadurch auszeichnet, dass sich seine Kenntnisse und Gedanken auf einen breiten Erfahrungsschatz – insbesondere durch Hospitationen in Schulen – stützen.

„Classroom Management“ heißt so viel wie „Klassenführung“ oder „Gruppenführung“ − eigentlich reicht der deutsche Begriff, aber seit einem grundlegenden Werk des Amerikaners Kounin (1970, 1976) hierzu hat sich der englische Begriff etabliert, erst recht nach einem 1450 Seiten starken Werk von Evertson und Weinstein „Classroom Mangement“ (2006) und einer deutschsprachigen Publikation gleichen Titels von Eichhorn (2008) ist er kaum zu umgehen.

Wenn man im Sinne der Handlungstheorie über den schulischen Unterricht schreiben möchte, so ist man gezwungen, ins Detail zu gehen. Die entscheidenden Fehler und die entscheidenden richtigen Verhaltensweisen zeigen sich nur im Detail. Ein Problem der Unterrichtsforschung ist ihr Schweigen zu ganz konkreten Handlungsabläufen. Hier müsse, so hört man schon mal, der Praktiker ganz im Sinne der gefundenen Zusammenhänge kreativ tätig werden.

Die Auflistung zahlreicher Probleme des Klassenunterrichtes im Unterschied zum Einzelunterricht kann zu der falschen Schlussfolgerung verführen, dass ein kollektiver Unterricht nahezu nicht möglich sei. Da ein kollektiver Unterricht in der ganzen Welt üblich ist, muss die Auflistung von lauter Problemen für den Unterricht zu mehreren als übertrieben resignativ bzw. negativistisch
erscheinen. Diese Art des Umgangs mit Informationen, die den...

Die praktischen Maßnahmen eines erfolgreichen Classroom Managements werden aus der Tatsache abgeleitet, dass die Unterrichtung, Bildung oder Erziehung von Schülern und Schülerinnen in Klassen oder Gruppen mit ganz spezifischen Problemen konfrontiert wird: der höheren Komplexität, der Anwesenheit von Zuschauern und der Existenz von interpersonellen Beziehungen
zwischen den Gruppenmitgliedern. Die entsprechenden Probleme sind im vorigen...

Zum Abschluss soll angedeutet werden, dass das Konstrukt theoretisch verallgemeinert werden kann, nicht nur in eine bipolare Dimension der Verkleinerung und Vergrößerung (auch die könnte gelegentlich sinnvoll sein), sondern als eine grundlegende Dimension, auf der alle anderen unterrichtlichen Maßnahmen abgebildet werden können.

Der bisherige Argumentationsgang lautet ungefähr wie folgt: Schulklassen als Gruppen haben Nachteile, weil sie den optimalen individuellen Lernprozess stören können. Mit Hilfe eines komplexkapazitativen Unterrichtsstils, der zur psychologischen Verkleinerung von Schulklassen führt, sind die Probleme zum großen Teil lösbar. Die Probleme können aber auch in anderen
Unterrichtsstilen mit demselben Effekt wie bei Kounin gelöst werden − alle machen...

Während der Komplexitätsaspekt in der schulpädagogischen Literatur relativ häufig behandelt wird und viele Maßnahmen der Lehrkraft sich damit auseinandersetzen, wird der Zuschauer- und Strukturaspekt relativ selten behandelt. Auch dieser Text macht deutlich, dass die Bewältigung der hohen Komplexität wesentlich mehr Raum einnimmt als die Bearbeitung des Zuschauer-
und Strukturaspektes.

Für zwei mögliche Unterrichtskonzepte − das selbstständige Lernen und für den lehrerzentrierten Unterricht − werden einige Konkretisierungen erläutert.