Schulmanagement-Handbuch 4/2019

Professionelle Lerngemeinschaften
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In diesem Schulmanagement Handbuch ist das Anliegen der Autorin vor allem, die vielseitigen Möglichkeiten der Schulentwicklung, die mit dem Konzept der Professionellen Lerngemeinschaften verknüpft sind, darzustellen.

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Beiträge in dieser Ausgabe

Vorwort

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Mit diesem Schulmanagement Handbuch wird das Konzept der Professionellen Lerngemeinschaften erläutert.

Schule ist mit der Idee, dass die Professionellen gemeinsam an den Bildungsprozessen von Schüler*innen mitwirken, ein Kooperationsberuf, weshalb dazu auch formale Zusammenarbeitsstrukturen verpflichtend vorgegeben sind (Kansteiner-Schänzlin, 2002; Arndt, 2016)

PLGs lassen sich in ihrer Definition unterschiedlich weit auslegen, aber mindestens auf zentrale Charakteristika zuspitzen.

Wenngleich auch auf der Ebene des informellen Austauschs der Lehrkräfte bzw. des pädagogischen Personals Impulse des Lernens entstehen können, ist das explizite Vorhaben, solches Lernen fokussiert zu verfolgen, essentieller Kern und zugleich Rechtfertigung für die PLG-Arbeit.

Wenn in PLGs die eigene Praxis – dies kann auch die gemeinsame sein – hinterfragt und nach Neuerungen gesucht wird, dann bietet sich an, nicht nur im gegenseitigen Berichten über überarbeitungswürdige Situationen zu verbleiben, sondern die Idee des De-Privatisierens auch umfassender umzusetzen.

In einer Zeit, in der sowohl organisationsbezogen als auch mit pädagogischer Perspektive der Umgang mit Diversität bzw. ein Diversity Management beansprucht wird, ist zu konstatieren, dass der Aspekt Vielfalt in PLGs mindestens in vier Bereichen eine Rolle spielt (Kansteiner, 2019).

Wenn PLGs gezielt eingesetzt werden, um eine Neuerung in der gesamten Unterrichtspraxis einzuführen, wie beispielsweise die Anwendung neuer Instrumente der Diagnostik und Leistungsrückmeldung oder neuer Medien im Unterricht, dann bedarf es der Koordination mit den anderen PLGs, um Entwicklung zu orchestrieren.

In diesen von zahlreichen Reformaufträgen gefüllten Schulentwicklungszeiten droht die Einführung von PLGs für Lehrkräfte in den Duktus des „das auch noch“ zu rutschen. Da andererseits Lehrkräfte i.d.R. in zahlreichen Formen kooperieren (Richter & Pant, 2016), ist an der Einzelschule zu prüfen, ob es sinnvoll und nötig ist, eine zusätzliche Struktur einzuziehen oder besser die vorhandenen auszubauen.

Wenngleich der größere Teil des Diskurses zu PLGs primär Lehrkräfte-PLGs im Blick hat, wird diese Gruppe gerne erweitert um das gesamte pädagogische Personal.

PLGs sind gut erforscht in Bezug auf die Gruppe der Lehrkräfte. In US-amerikanischen Studien werden zu den Lehrkräften häufig selbstverständlich weitere pädagogische Fachkräfte gedacht, die im deutschsprachigen Raum nun als multiprofessionelle Teams in die Einzelschulperspektive aufgenommen wurden (Kreis et al., 2016).

Literatur

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