Von Hurenkindern und Schusterjungen – oder das Manuskript kommt in den Satz!

Früher schrieb der Redakteur das Manuskript auf der Schreibmaschine, versah es mit Druckanweisungen und brachte es zur Post. Heute reichen wenige Mausklicks, um ein fertig erstelltes Manuskript zum Setzer zu schicken. 

 

 

In unserer Zeitschriften-Redaktion erstellen wir vom Gesamtmanuskript einen Scan, den wir zusammen mit allen Text-, Illustrations- und Fotodateien an die Setzerei senden. Früher griff der Setzer mit der einen Hand zum Setzkasten und mit der anderen zum sogenannten Winkelhaken. Mühsam setzte er das Manuskript Bleibuchstabe für Bleibuchstabe zusammen. Anschließend wurde es Zeile für Zeile in Blei gegossen. Heute sitzt die Setzerin vor dem Computer und wandelt die eingegangenen Daten so um, dass sie den Vorgaben der jeweiligen Zeitschrift entsprechen. Schriften, Farben, Aufbau: Alles muss stimmen!

Sorgfalt war und ist immer noch extrem wichtig! Gerade der Einbau von Illustrationen und Fotos verschiebt Textspalten und ganze Textseiten, sodass hin und wieder sogar Hurenkinder und Schusterjungen erscheinen. Steht die letzte Zeile eines Absatzes am Anfang der neuen Seite, spricht man von einem Hurenkind. Wenn die erste Zeile eines neuen Absatzes am Ende einer Seite platziert wird, ist das ein Schusterjunge.

Ganz genau überprüft die Setzerin, ob jede gesetzte Seite so aussieht, wie es das Manuskript vorgibt und notiert Auffälligkeiten, Fehler und Übersatz, d.h. es ist zu viel Text für eine Seite vorhanden, für die Redaktion. Dann wird der sogenannte 1. Umbruch mit den Kommentaren an die Redaktion geschickt!