Der individuelle Wortschatz

Ein Anker bei Rechtschreibschwierigkeiten
Fördermagazin Grundschule 2/2016
2 Credits

Wann ist eine individuelle Förderung rechtschreibschwacher Lerner erfolgs-versprechend? Drei Faktoren sind entscheidend: eine gute diagnostische Basis, eine kompetente individuelle Betreuung sowie die motivierende Arbeit am eigenen (Schreib-)Wortschatz. Rechtschreibschwache Schüler haben meist eine konfuse Vorstellung von der Schriftsystematik. Für sie sind „überindividuelle“ Übungsformen, wie man sie aus Lehrwerken und Materialien kennt, nicht zu empfehlen. Diese entsprechen leider nicht den individuellen Wissensständen/Interessen, sind mitunter unschlüssig konstruiert und verwirren unsichere Schülerinnen und Schüler. Sie „schwimmen“ durch Materialien, bei denen es mitunter eine 50:50-Erfolgschance gibt. Das Ausfüllen macht ihnen weder Spaß, noch hat es irgendeinen Lerneffekt. Was fehlt, sind „Anker“, die zur Erklärung bestimmter Schreibungen herangezogen werden können. Abhilfe kann nur eine individuelle Betreuung schaffen, die Rückfragen, Erklärungen und Zuspruch beinhaltet. Dies erfordert von Lehrkräften allerdings ein strukturiertes Fachwissen und die Fähigkeit, die zu fördernden orthografischen Bereiche zu erkennen und diese am konkreten Beispiel so zu erklären, dass eine eigenständige Generalisierung seitens der Schülerin bzw. des Schülers möglich ist. Es geht dabei weniger um die Quantität als um die Qualität der Übungen und der Lernwörter, an denen Regularitäten der deutschen Schrift erklärt werden.

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