Doing gender

Gendersensibler Englischunterricht der Grundschule
Grundschulmagazin Englisch & Sally´s World 1/2020
1 Credit

Das „Gesetz zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern“ (Bundesgesetzblatt 1994: 1406) verpflichtet zum „aktiven Herstellen von geschlechterbezogener Chancengleichheit“. Die Kommission „Zukunft der Bildung – Schule der Zukunft“ übertrug diese neue Pflicht auf den Bildungssektor. Zwei zentrale Themen- und Arbeitsfelder sind in Bezug auf das Gleichberechtigungsgesetz hervorzuheben: die fachdidaktische Komponente von Unterricht und die außercurriculare Lerndimension der Identitätsformung. Denn zum einen müsse der Unterricht, so die Überzeugung der Kommission, auf Gendervielfalt1 reagieren, indem „das Geschlechterverhältnis neu und bewusst gestaltet [wird], um Mädchen und Jungen nicht nur eine gleiche und umfassende Bildung zu ermöglichen, sondern vor allem um geschlechterstereotype Zuweisungen und Hierarchien abzubauen.“ (Zukunft der Bildung 1995, 40). Zum anderen müsse die Schule ein Ort sein, der den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit biete, „Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung in der Kunst, in den Medien und im Zusammenleben“ zu spiegeln. Diese Erwartungshaltung basierte auf der Grundüberzeugung, dass den „Zuschreibungen geschlechtsspezifischer Rollenvorstellungen schon im frühesten Kindesalter [...] dem Geschlechterverhältnis in dieser Lerndimension eine besondere Bedeutung“ (ebd.: 208) zukomme.