Csíja búja (Ungarn)

Csíja búja (Ungarn)
Liederprojekte 6/2013
0 Credits

Wie bei vielen mündlich überlieferten Wiegenliedern ist der Rhythmus auch bei diesem Schlaflied sehr frei gehalten. Verschiedene Taktarten treffen aufeinander und passen sich metrisch beim Singen dem individuellen Bedürfnis des Babys oder Kleinkindes an. In ungarischen Wiegenliedern werden häufig Fantasiewörter verwendet, etwa wie hier „Csíja búja”. Solche lautmalerischen Fantasiewörter wirken beruhigend und schaffen einen sicheren, geborgenen Raum. Fasziniert vom ungarischen Volkslied sammelte der Komponist Béla Bertók auf ausgedehnten Reisen durch Ungarn, Rumänien, die Slowakei, Transsilvanien und den vorderen Orient über 10.000 Volkslieder. Die Melodien ließ er sich von der ländlichen Bevölkerung direkt vorsingen, phonographierte und transkribierte diese oder brachte sie direkt vor Ort in Notenschrift. Resultat dieser Feldforschungen, an der auch andere Forscher beteiligt waren, ist u.a. die Sammlung „Das ungarische Volkslied“ („A magyar népdal“) von 1922/23.

Beitragstyp
Praxisbeitrag
Fächer