Lese- und Rechtschreibschwäche und Legasthenie

Theoretische Fundierung, Verursachungsmomente und Möglichkeiten pädagogischer Intervention
Schulmagazin 5-10 1/2001
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Gegenwärtig gibt es wieder die Tendenz, Legastheniker besonders zu fördern und ihnen einen Notenbonus zu gewähren. Auch wenn das "Krankheitsbild" der Legasthenie nicht eindeutig gesichert ist, so gibt es doch gesicherte Korrelate von Lese-Rechtschreibschwäche mit Defiziten in der Artikulations- und Lautunterscheidungsfähigkeit, häufig gekoppelt mit einem geringeren Wortschatz und schwächeren sprachlichen Gedächtnisleistungen. Und da sich dieses Störungsbild schon recht früh in der Kindheit zeigt, ist es äußerst wichtig, möglichst früh - im Kindergarten oder in der Grundschule - mit gezieltem Training eine phonologische Bewusstheit der Kinder zu fördern. Trainingsprogramme, die auf dem phonologischen Prinzip basieren, sind auch für lese-rechtschreibschwache Kinder der Primarstufe (auch noch im 5. bis 7. Schuljahr) mit Erfolg einzusetzen, insbesondere, wenn die Unterrichtung in kleineren Gruppen erfolgt.