Kritik der Kompetenzorientierung aus bildungstheoretischer Sicht

Schulmanagement-Handbuch 2/2018
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Kritik heißt nicht primär, gegen Behauptetes selbst zu sein, sondern vielmehr, die Güte und Triftigkeit der Gründe für Behauptungen zu befragen; im Feld der Forschung: die methodische Güte und Solidität von empirischen Befun­den zu befragen. Man kann also beispielsweise Reformen bejahen, obwohl sie grundlos sind bzw. obwohl die Gründe für ihre Legitimation argumenta­tiv und empirisch auf mickrigen Füßen stehen. Wer besser weiß, wie die Welt zu sein hätte, ist nicht primär kritisch, sondern einfach dogmatisch. Diese Sicht zum Wesen der Kritik haben wir Immanuel Kant zu verdanken (was natürlich nicht heißt, dass man sie deshalb annehmen muss...).