Freie Grundschulwahl als Verstärker sozialer und ethnischer Segregation

Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen
schulmanagement 5/2018
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Seit dem Schuljahr 2008 dürfen Eltern in Nordrhein-Westfalen als erstem Bundesland die Grundschule ihrer Kinder selbst bestimmen.1 „Jedes Kind hat einen Anspruch auf Aufnahme in die seiner Wohnung nächstgelegene Grundschule der gewünschten Schulart in seiner Gemeinde im Rahmen der vom Schulträger festgelegten Aufnahmekapazität, soweit der Schulträger keinen Schuleinzugsbereich gebildet hat (§ 46 Schulgesetz NRW).“ Begründet wurde die Abschaffung der Grundschulbezirksbindung damit, den Eltern mehr Wahlfreiheit zu geben und gleichzeitig den Wettbewerb unter den Grundschulen zu erhöhen. Als Folge verstärkter Konkurrenz wurde eine bessere Schulqualität erwartet (Landtag NRW 2006a).